Taunale zeichnet Filme über Menschen im Iran und in der Ukraine aus
Von Christiane Paiement-Gensrich
Den kompletten Beitrag finden Sie hier: Frankfurter Neue Presse 10.08.2026
Beim 15. Taunus Filmfest sind Preise in fünf Kategorien vergeben worden. Einige der Gewinnerfilme spielen in Ländern im Krieg – die Regisseure widmen ihre Auszeichnungen den Opfern.
Hochtaunus – Projektor und Leinwand stehen bereit, die Gäste haben Platz genommen. Gleich startet im Oberurseler Hotel Elaya der letzte Film aus dem Programm des 15. Taunus Filmfestes „Taunale“. Bei der Preisverleihungs-Gala am Samstagabend standen zuerst die Kinder im Mittelpunkt. Eine Gruppe aus 12 bis 18 Jahre alten Nachwuchs-Cineasten hatte am Vormittag bei einem Workshop einen kecken Kurzfilm produziert. Und der sollte jetzt gezeigt werden. „Wir hatten sehr viele schauspielbegeisterte Teilnehmer“, berichtete Kursleiterin und Filmemacherin Antonia Best von der Jungen Generation hessischer Film. „Ich kann nichts“, sagt die junge Schauspiel-Anwärterin in dem Streifen, den die Gruppe „Das Casting“ genannt hat. Dann begründet sie: „Immer die, die nichts können, werden genommen.“ Als sie dran ist, präsentiert sie der Jury einen Song, der davon handelt, dass sie nichts kann – und gewinnt. „Es ist wichtig, im Team zusammenzuarbeiten“, betonte eine der jungen Teilnehmerinnen nach der Vorstellung. Und eine andere sagte: „Wir haben sehr lange an der Produktion gearbeitet und jede Szene bestimmt zehnmal gefilmt. Und jetzt ist der Film so kurz.“
Ein erfrischender Einstieg in den Abend der Auszeichnungen war das. Zahlreiche Kurz- und Langfilme aus der ganzen Welt waren bei der Taunale seit Mittwoch in Bad Homburg, Oberursel, Bad Soden und Eschborn gezeigt worden. Die besten hatte eine professionelle Jury vorab für Preise in fünf Kategorien nominiert. Als bester Spielfilm wurde „Whisper my Name“ von Rasoul Sadrameli aus dem Iran prämiert. Moderatorin Anneli Eichhorn-Adler zitierte die Jury: „Eine zutiefst menschliche Geschichte. Sie fängt die Liebe eines Vaters zu seiner Tochter ein. Er ist bereit, für die Zukunft seiner Tochter alles zu tun, ganz gleich, welchen Preis er dafür zahlen muss.“ Sadrameli war per Video zugeschaltet und sagte, er widme den Preis seinem vom Krieg gezeichneten Volk.


