Preise &
Preisträger
Best Feature Film Narrative
2026
Whisper My Name
Laudatio:
„Whisper My Name“ ist eine zutiefst menschliche Geschichte, die uns daran erinnert: Die Kämpfe und Freuden, die unser Leben prägen, sind universell – glauben Sie also nicht denen, die versuchen, uns zu spalten. Regisseur Rasoul Sadrameli fängt die Liebe eines Vaters zu seiner Tochter ein und seinen verzweifelten Versuch, seine Fehler und all die verpassten Jahre wiedergutzumachen. Seine Liebe zum Detail ist bemerkenswert – von den Wassertropfen, die während Zibas Wiedersehen mit ihrer Mutter gegen das Busfenster prasseln, bis hin zum langsamen Zerfall von Khosros geistigem Zustand, während er ohne seine Medikamente auf der Flucht ist. Khosro befindet sich auf einer Kamikaze-Mission, bereit, alles für die Zukunft seiner Tochter zu riskieren, ungeachtet der Kosten für sich selbst. Dieser Film bietet alles: einen Ausbruch aus einer psychiatrischen Anstalt, Familiendrama, eine Coming-of-Age-Geschichte, den Kampf von Frauen, politischen Widerstand, eine gnadenlose Menschenjagd und jene unvergessliche Szene am Kran. „Whisper My Name“ ist ein vollständiges Menü – ein Beweis dafür, dass kraftvolle Geschichten keine Grenzen kennen.
-english version-
Whisper My Name is a deeply human story that reminds us: the struggles and joys that define our lives are universal- so don’t believe those who try to divide us. Director Rasoul Sadrameli captures a father’s love for his daughter and his desperate effort to make amends for his mistakes and all the years he missed. His attention to detail is remarkable, from water droplets hitting the bus window during Ziba’s reunion with her mother, to the slow unraveling of Khosro’s mental state as he’s on the run without his medication. Khosro is on a kamikaze mission, willing to risk everything for his daughter’s future, no matter the cost to his own. This film delivers it all: a jailbreak from a mental institution, family drama, a coming-of-age tale, women’s struggles, political defiance, a relentless manhunt, and that unforgettable scene on the crane. Whisper My Name is a full meal, proof that powerful stories know no borders.
Best Documentary
2026
Pizza Under Fire
Laudatio:
„Pizza Under Fire“ beweist, dass sogar Pizza und Krieg etwas gemeinsam haben: Beide brennen unter der von Menschen entfachten Hitze und dem Feuer. Regisseur Adrian Pennink nutzt etwas so Einfaches und Freudvolles wie Pizza, um Ukrainerinnen und Ukrainern unter Belagerung eine kurze Verschnaufpause von Jahren unerbittlichen Konflikts zu schenken. Mehr als nur ein Bissen bietet der Film Gemeinschaft, Lachen und die Erinnerung daran, dass es immer noch Menschen gibt, die genug cared, um ihr Leben zu riskieren und ein wenig Trost zu bringen. Für diejenigen von uns, die das Glück haben, nicht mit dem Krieg vor der eigenen Haustür zu leben, dient die Pizza bei Pennink als „Einstiegsdroge“, um uns die menschlichen Kosten des Konflikts begreifbar zu machen. Seine Aufnahmen zeigen Soldatinnen und Soldaten an der Front, ihre Familien und die Gemeinschaften, die sie zurückgelassen haben, und alles dazwischen – und bieten damit eine rohe Perspektive, die man in den Nachrichten selten sieht. Zugleich offenbart der Film die psychische Belastung von Freiwilligen, die ihre Sicherheit aufgaben, um Liebe und Freundlichkeit zu Menschen zu tragen, die die Welt größtenteils vergessen hat.
-english version-
Pizza Under Fire proves that even pizza and war have something in common: both burn under heat and fire orchestrated by man. Director Adrian Pennink uses something as simple and joyful as pizza to give Ukrainians under siege a brief respite from years of relentless conflict. Beyond the bite, it delivers companionship, laughter, and the reminder that people still care enough to risk their lives to bring a little comfort. For those of us fortunate enough not to live with war at our doorstep, Pennink uses the pizza pie as an ‘entry drug’ to help us grasp the human cost of conflict. His footage captures soldiers on the front lines, their families and communities they left behind, and everything in between; showing a raw perspective rarely seen on the news. It also reveals the psychological toll on volunteers who left safety behind to spread love and kindness to people the world has largely forgotten.
Best Short Film
2026
Winter in March
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Weitere InformationenSpotlight Award: In Motion
2026
RUN (KIMA)
Laudatio:
„RUN (KIMA)“ ist ein kraftvolles und hochaktuelles Drama aus der Demokratischen Republik Kongo, das eine Frau in den Mittelpunkt stellt, die endlich die Kraft findet, ihren gewalttätigen Ehemann zu verlassen. Regisseurin Laila Mfulu Kulungu erzählt eine Geschichte des emotionalen Überlebens und der Selbstbestimmung mit leiser Kraft und Ehrlichkeit. In nur 88 Minuten fängt der Film den Mut ein, der nötig ist, um sein Leben zurückzuerobern, und vermittelt eine Botschaft, die weit über seinen Schauplatz hinaus wirkt. Er ist eine Erinnerung daran, dass der Kampf um persönliche Freiheit universell ist und dass manchmal der radikalste Akt einfach darin besteht, wegzulaufen.
-englisch version-
RUN (KIMA) is a powerful and timely drama from the Democratic Republic of the Congo that centers on a woman who finally finds the strength to leave her abusive husband. Director Laila Mfulu Kulungu tells a story of emotional survival and self-determination with quiet force and honesty. In just 88 minutes, the film captures the courage it takes to reclaim your life, delivering a message that resonates far beyond its setting. It’s a reminder that the fight for personal freedom is universal, and that sometimes the most radical act is simply to run.
Best Integration Film
2026
Maricel
Laudatio:
Ein chicer Kombi fährt durch eine karge Berglandschaft. Darin sitzen ein chices Ehepaar mit ihrer ebenso chicen Tochter. Daneben Maricel, eine junge Frau mit traurigen Augen und einer blauen Maske. Sie hat gerade einen Einstellungstest überstanden und soll jetzt ihre neue Stelle als Haushaltshilfe bei den gebrechlichen Elter des Ehemanns antreten. Die junge Frau kommt von den Philippen. Das ältere Ehepaar lebt in einem abgeschiedenen Dorf in Zypern. Die Geschichte könnte überall in der Welt spielen: Philippinische Arbeitsmigrantinnen sind aufgrund des wirtschaftlichen Drucks zuhause gezwungen, schlecht bezahite Care-Arbeit in einem oft schutzlosen Umfeld zu leisten.
Auch bei Maricel stehen von Anfang an die Zeichen auf Ärger. Auf der Autofahrt wird ihr schlecht. Ihr neues Zuhause ist in einem erbärmlichen Zustand. der Kühlschrank stinkt, die Wände der Waschküche schimmeln und die Fenster in ihrem Zimmer lassen sich nicht öffnen. Die verbitterte, alte Frau will sie auf der Stelle loswerden, doch da hat sich die chice Familie schon wieder aus dem Staub gemacht, zurück in die Stadt. Jetzt sitzt Maricel fest und wird von allen Seiten drangsaliert. Der griechische Regisseur Elias Demetriou wirft seine Hauptfigur in ein verkorkstes Familiengeflecht und führt uns Zuschauern manchmal schmerzhaft, manchmal komisch alle möglichen Spielarten der Schikane, des Ausgrenzens und Verletzens, aber auch der Einsamkeit, der Standhaftigkeit und des inneren Widerstands vor. Die wunderbare Schauspielerin Zar Donato spielt diesen Fremdkörper in einer erstarten Umgebung mit stoischer Angespantheit. Bad Ghosts, sagt Marciel einmal, do not exist, only bad poeople. Der Rotary Club Frankfurt/Main-International vergibt den 3. Integration Award an den großartigen
und berührenden Film Maricel von Elias Demetriou.
-englisch version-
A stylish station wagon drives through a barren mountain landscape. Inside sit a chic couple and their equally fashionable daughter. Beside them is Maricel, a young woman with sad eyes and a blue face mask. She has just passed an aptitude test and is about to start her new job as a domestic helper for the elderly, frail parents of the husband. Maricel comes from the Philippines. The older couple lives in a remote village in Cyprus. Yet this story could take place anywhere in the world: due to economic pressure at home, Filipino migrant workers are forced to take on low-paid care work, often in vulnerable and unprotected conditions.
From the very beginning, things look difficult for Maricel. During the car ride, she feels sick. Her new home is in a deplorable state: the refrigerator smells, the walls of the laundry room are moldy, and the windows in her room cannot be opened. The bitter, elderly woman wants to get rid of her immediately, but by then the chic family has already left, heading back to the city. Now Maricel is stuck, harassed from all sides.
Greek director Elias Demetriou places his protagonist within a dysfunctional family structure and shows us, the audience, sometimes painfully, sometimes comically, every possible form of harassment, exclusion, and hurt—as well as loneliness, resilience, and inner resistance. The wonderful actress Zar Donato portrays this outsider in a frozen environment with stoic tension. “Bad ghosts,” Maricel says at one point, “do not exist, only bad people.”
The Rotary Club Frankfurt/Main-International presents the 3rd Integration Award to the outstanding and moving film Maricel by Elias Demetriou.


